Fünf Cloud Mythen aufgelöst

Seit 2011 sind die Nutzungszahlen von Cloud Services stark gestiegen. Rund 66% aller deutschen Unternehmen setzen auf Cloud-Computing (KPMG, Cloud-Monitor 2018). Dieser Anstieg zeigt die Beliebtheit von Digitalisierungslösung in Sachen Cloud Computing. Deutschland gehört jedoch, weltweit gesehen, noch zu den skeptischsten Ländern. Mit unserem Blogbeitrag wollen wir heute fünf bekannte und gängige Cloud-Mythen auflösen.

Die meisten Unternehmen haben bereits Überlegungen bezüglich eines kompletten oder teilweisen Wechsels mancher Services oder der gesamten Infrastruktur in die Cloud angestellt. Angesichts der Vielfalt an Informationen sind aber viele verunsichert, was dieser Wechsel eigentlich bedeutet oder welche Risiken damit verbunden sind. Um Ihnen einen Teil dieser Unsicherheiten zu nehmen, möchten wir daher mit gängigen Mythen aufräumen, die sich vor allem um den Bereich Software as a Service (SaaS) ranken.

 

1. Sobald Daten in die Cloud verschoben werden, hat ein Unternehmen keine Kontrolle mehr.

Unternehmensverantwortliche oder IT-Administratoren haben bei dem Gedanken an die Cloud oftmals das unangenehme Gefühl, die Kontrolle über ihre Infrastruktur komplett einzubüßen und den Betrieb damit sozusagen in fremde Hände zu übergeben. Das Ganze sollte jedoch aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden: Es gibt zwar keinen direkten Einfluss mehr auf den Betrieb oder die Wartung von Servern und deren Betriebssystemen, ein vollkommener Kontrollverlust ist dies jedoch nicht. Natürlich geben Sie einerseits die physische Kontrolle ab, andererseits geschieht das mit ziemlicher Sicherheit an eine Organisation, die besser gerüstet ist, Computerumgebungen zu verwalten, als Ihre eigene. Außerdem bietet der Wegfall dieser zeitaufwendigen und planungsintensiven Tätigkeiten die Möglichkeit, mehr Ressourcen aufzuwenden, um sich den tatsächlichen Anforderungen der Endanwender sowie klaren Richtlinien und Optimierungen des Betriebs zu widmen. Auf diese kann nach wie vor maßgeblicher Einfluss genommen werden.

 

2. Es ist sicherer, Daten lokal zu speichern, als in der Cloud.

62 % der IT-Verantwortlichen in Unternehmen sagen laut einer 2018 veröffentlichten Studie, dass On-Premises-Security besser ist als die Cloud. Dies belegt, dass viele Anwender nach wie vor große Sicherheitsbedenken gegenüber der Cloud haben. Diese beruhen jedoch eher auf einer allgemeinen Verunsicherung. Bis heute gab es nur wenige Sicherheitslücken in der Public Cloud, die meisten Lücken entstehen noch immer in On-Premises-Umgebungen. Vor allem für KMUs stellt Cybersecurity eine besondere Herausforderung dar, denn 43 % aller Cyberangriffe zielen auf kleine und mittlere Unternehmen ab. Dies ist vor allem auf die Tatsache zurückzuführen, dass diese oftmals weniger geschützt sind als große Unternehmen.

Entscheidungsträger sollten im Zusammenhang mit der Datenspeicherung immer Folgendes beachten: Das Absichern von IT-Infrastrukturen ist ein verantwortungsvoller Vollzeitjob für mehrere Experten. Fehlt es an Zeit oder Wissen, kommt es zu bedrohlichen Sicherheitslücken. Außerdem haben sich die Sicherheitsanforderungen in den vergangenen Jahren deutlich verändert. IT-Security betrifft in einer Mobile-first-Welt nicht mehr nur In-house-Geräte, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher persönlicher und privater Endgeräte, deren Kommunikation verschlüsselt und sicher erfolgen muss, um Angriffe zu vermeiden und Datenverlust zu verhindern. Seriöse Cloud-Anbieter garantieren eine Verfügbarkeit ihrer Services von 99,9 Prozent. Zudem erfüllen diese gezwungenermaßen alle gängigen Anforderungen und Zertifizierungen hinsichtlich Datenschutz und Compliance auf allen eingesetzten Geräten. Sie setzen dadurch hohe Maßstäbe, die für viele Unternehmen im Alleingang nur schwer erreichbar oder finanzierbar wären.
Dies zu nutzen, bietet Ihren Experten die Möglichkeit, sich nicht ausschließlich auf die anstehende Wartung bestehender Systeme zu konzentrieren, sondern vielmehr einen Einfluss auf die Unternehmensentwicklung hinsichtlich Technologie und Digitalisierung zu nehmen.

 

3. Ich muss alles in die Cloud verschieben, das Ganze ist ein Alles-oder-nichts-Szenario.

Cloud oder lokal? Alles oder nichts! Fakt oder Mythos? Tatsächlich ist es so, dass Sie mehrere Möglichkeiten zur Auswahl haben. Sie können Ihre IT auf lokalen Servern betreiben, sämtliche Anwendungen und Daten in die Cloud verlagern oder eine sogenannte Hybridumgebung implementieren. Ein einfaches Beispiel für den Parallelbetrieb von lokalen und Cloud-Diensten in Form einer hybriden Lösung ist, den E-Mail-Server als gehostetes Exchange-Angebot in die Cloud auszulagern, aber Datenbank- und Fileserver weiterhin lokal zu betreiben.

 

4. Die kontinuierlichen Updates von Cloud-Services haben negative Auswirkungen auf meine geschäftskritischen Anwendungen.

Eines der häufigsten Bedenken gegenüber Software as a Service ist, dass die automatisch im Hintergrund installierten Updates Auswirkungen auf geschäftskritische Unternehmensapplikationen haben könnten. Es sei jedoch gesagt, dass Cloud-Anbieter sehr genau prüfen und ausführlich testen, bevor Updates ausgerollt und in die Systeme eingespielt werden. Die Zufriedenheit der Kunden und die Funktionalität deren Infrastruktur ist Cloud-Anbietern ein extrem wichtiges Anliegen. 

 

5. SaaS-Anwendungen in der Cloud kann ich ausschließlich online verwenden.

Fälschlicherweise wird oft davon ausgegangen, dass Cloud-Anwendungen ausschließlich online zur Verfügung stehen und ohne Internetverbindung nicht genutzt werden können. Am Beispiel Office 365 lässt sich dies jedoch gut und eindeutig widerlegen: Anders als bei den früher gängigen Gerätelizenzierungen für lokale Services kann jeder Anwender von Office 365 die Applikationen nicht nur auf seinem stationären PC verwenden, sondern auf fünf weiteren Desktop-Rechnern. Darüber hinaus ist eine Lizenz auf fünf Tablets und fünf Smartphones gültig – damit insgesamt also auf 15 Endgeräten gleichzeitig. Es ist zwar korrekt, dass SaaS-Applikationen ihre Verbindung mit dem Client via Internet aufbauen, die meisten Services wie auch Office 365 können hingegen auch offline genutzt werden. Anwender können somit ohne aufrechten Internetzugang, beispielsweise im Flugzeug oder in der Bahn, auf E-Mails oder Dokumente zugreifen und diese bearbeiten. Die Synchronisierung erfolgt bei wiederhergestellter Verbindung automatisch.

 

Digitalisierung ist ganz sicherlich ein fließender Prozess und kein in Stein gemeißeltes Resultat. Trotz aller Mythen und Vorurteile bestimmen aber Sie selbst, welche Dienste Sie ab wann wo betreiben möchten. Ob Cloud oder Nicht-Cloud hängt dabei sehr stark von Ihren Bedürfnissen und den Anforderungen Ihres Unternehmens ab.