Die Fertigung profitiert von der digitalen Zukunft

Die Erwartungen von Kunden wachsen in Zeiten des Internet-Shoppings und mit dem aktuellen Informationsangebot des Verbrauchers – etwa dank Preisvergleichsportalen – exponentiell. Gerade die Fertigungsindustrie spürt diese wachsenden Anforderungen an ihre Prozesse deutlich. Schnellere Produktionsabläufe, Prozessoptimierung, kleinere Stückzahlen und größer werdende Konkurrenz stellen die Branche vor große Herausforderungen. Die Digitalisierung der Prozesse im Allgemeinen und besonders das Internet der Dinge sind hier die richtigen Hebel, um die Weichen in die richtige Position zu bringen.

Wir leben in einer vernetzten Welt. Und das hat auch Auswirkungen auf die Industrie: Ohne die Vernetzung von Komponenten ist es für die Fertigungsbranche immer schwieriger, wirtschaftlich zu produzieren. Auf der einen Seite sinken die Losgrößen, auf der anderen Seite steigt die Komplexität der Aufträge. Doch mit dem Internet of Things (IoT) haben Sie das perfekte Mittel zur Verfügung, um diese Herausforderung zu meistern. Durch die IoT-Technologie kommuniziert alles mit allem. So ist zum Beispiel in einer Smart Factory die Produktion intelligent vernetzt, wodurch die Prozesse drastisch optimiert werden. Für Sie bedeutet das mehr Freiheit, aber vor allem sehen Sie mehr, wissen mehr und holen das Maximum aus Ihrer Fertigung heraus. Der Einsatz von IoT-Lösungen erschließt Ihnen eine modulare Lösungswelt für die konkrete Umsetzung von Industrie 4.0 – und macht Ihre Fertigung fit für die neuen Marktanforderungen.

Denn der Markt ändert sich – und das immer schneller. Das lässt sich anhand der Industrialisierungsschritte besonders in Ihrer Branche feststellen: Ende des 18. Jahrhunderts begann das industrielle Zeitalter mit der Einführung mechanischer Produktionsanlagen, die noch mithilfe von Wasser- und Dampfkraft betrieben wurden. Mit der Elektrifizierung startete Ende des 19. Jahrhunderts die arbeitsteilige Serienproduktion. In den 1970er-Jahren wurden erstmals digitale Prozesse eingeführt, die die Automatisierung unterstützten. Die aktuelle Phase der Industrie 4.0 bezeichnet nun grob gesagt die digitale Vernetzung: Die Informatisierung der Fertigungstechnik und die Entwicklung der digitalen Geschäftsplattformen ist im vollen Gange. Und ein wesentlicher Bestandteil ist das Internet der Dinge.

Von wegen Science-Fiction

Wir alle sind also Zeugen einer digitalen (R)evolution, die digitale und physische Welt werden miteinander verschmolzen. Sie müssen sich nicht einen Science-Fiction-Film im Kino anschauen, um zu erkennen, dass die virtuelle Realität inzwischen die äußere Wirklichkeit simuliert. Ob PlayStation VR von Sony, HTC Vive oder Oculus Rift von Facebook (um nur einige Systeme zu nennen): Intelligente Brillen, die mit Spielekonsole oder Smartphone digitale Welten vor Augen führen, sind inzwischen Massenware. Geräte wie diese werden im Internet of Things durch die Integration von Sensoren und Schnittstellen digitalisiert. Immer kleinere und stärkere Prozessoren, immer schnellere Verbindungen durchziehen immer tiefer die neuronalen digitalen Verästelungen der physischen Welt. VR-Brillen erlauben es, Schulungen zu komplizierten Fertigungsprozessen oder die Wartung von entlegenen Anlagen gefahrlos in sicherer Umgebung durchzuführen. Übertragen auf die Produktion von Gütern, wird aus dem IoT das IIoT, das Industrial Internet of Things. In der Industrie 4.0 steuert künstliche Intelligenz bereits viele Prozesse. Maschinen kommunizieren auf dieser neuen Stufe der Automation selbstständig miteinander – und lernen stündlich dazu. Immer komplexere Abläufe werden nun zu besseren Kostenbedingungen möglich. So werden ganz neue Business Cases ökonomisch darstellbar. Ganz klar, das sind spannende Aussichten – insbesondere für Hochlohnländer wie Deutschland. Dank Manufacturing 4.0 können deutsche Unternehmen in Zukunft womöglich sogar vermehrt Fertigungen aus Niedriglohn-Regionen zurückholen.

Vier Faktoren spielen bei der Digitalisierung der Fertigungsindustrie eine große Rolle:

Always on, immer vernetzt

In Ihrem Geschäft fallen in jedem Fertigungsschritt Daten an. Nutzen Sie diese durch die kontinuierliche Auswertung von Sensoren in der Fertigung, lokalen Daten und traditionellen Datenbanken. Zudem wird die Zusammenarbeit mit Zulieferern und Kunden mit Datenströmen in Echtzeit deutlich verbessert. Dank intelligenter Produktions-Assets, dezentraler Entscheidungsfindung und Synchronisierung von Workflows werden die Fähigkeiten in Ihrem Unternehmen viel effizienter genutzt. Die Vorteile reichen bis in den Support: Dank IoT werden ganz neue Zugriffsmöglichkeiten bereitgestellt.

Information ist Trumpf

Schluss mit dem Bauchgefühl: Mit den Daten-Links zum Kunden haben Sie ein mächtiges Instrument in der Hand, mit dem Sie jederzeit die Nachfrageprognosen aktualisieren und entsprechende Anpassungen der Planung vornehmen können. Aktuelle Daten in Echtzeit beschleunigen dabei die Entscheidungsfindung. Der Einsatz von Techniken wie GPS oder RFID bietet weitere Vorteile: So optimiert das Tracking im Warenfluss und von Ressourcen Ihre Logistikprozesse und Zuliefererbeziehungen.

Vorausschauend handeln

Mit dem Internet der Dinge können Sicherheitsaspekte in Echtzeit überwacht werden. So ist einer der größten Vorteile, den Unternehmen durch den Einsatz von Sensoren, Algorithmen und künstlicher Intelligenz nutzen, Predictive Maintenance. Dabei handelt es sich um eine automatisierte Verschleißüberwachung, die Anomalien in den Prozessen vorhersagt – und vorab entsprechende Lösungen initiiert. Außerdem führt die selbstständige und vertragssichere Bestellung von Rohstoffen oder anderweitigen Kapazitäten zu einem perfektionierten Supply-Management. Auch mögliche Probleme in der Zuliefererqualität sind frühzeitig erkennbar.

Beweglich bleiben

Eines der Zauberwörter der aktuellen Zeit ist agil. Durch agiles Arbeiten können die Folgen von Produktionsveränderungen in Echtzeit überwacht werden. Die Fertigung ist flexibel dank konfigurierbarem Industrial-IoT-Equipment und anpassungsfähigem Layout.

Wie die Digitalisierung und der Umgang mit Daten Geschäftsmodelle verändert oder gar neue entstehen lässt, zeigt ein Beispiel aus der Automobilindustrie. Hier hat Tesla bei der Rolle von Daten im Geschäftsmodell Maßstäbe gesetzt, sei es bei Update-Leistungen over the air bis hin zur Verwertung etwa von Fahrt- und Wetterdaten für neue Ertragsmodelle. Bei der Entwicklung des Autopilot-Systems werden mit Machine-Learning-Methoden Daten von der Straße verarbeitet. Bei Tesla dreht sich die Zukunft um das „Internet of Cars“ – und längst nicht mehr nur um die schlichte Montage eines Fahrzeugs. Der Kfz-Hersteller mutiert also zum digitalen Mobilitätsdienstleister, es entsteht darüber hinaus schließlich ein Daten-Business.

Das Beispiel von Tesla lässt sich auf so gut wie jedes beliebige Industrieprodukt übertragen: Nur mit Daten in Echtzeit lässt sich das eigene Geschäft verbessern, nur die Digitalisierung Ihrer Prozesse wird Ihnen diese Daten liefern. Auf dem für Sie vielleicht unbekannten Gewässer ist IoT das Boot, welches Sie sicher zum Ziel bringt. Übernehmen Sie das Kommando!