Fünf Stellschrauben für mehr Wettbewerb

Der Wettbewerb findet längst nicht mehr nur vor Ihrer Haustür, in der Region Ihres Unternehmens oder im eigenen Land statt. Mehr noch: Immer häufiger ist Ihr direkter Konkurrent kein traditionelles Unternehmen aus Ihrer Branche, sondern ein ganz neuer Mitspieler. Diese neuen Unternehmen nutzen die Digitalisierung für ihren Geschäftserfolg. Gut für Sie: Deren Methoden sind kein Geheimnis und können auch von Ihnen genutzt werden, um in Zeiten der Digitalisierung im immer härter werdenden Wettbewerb zu bestehen.

Die Managementberatung Detecon und der Digitalverband Bitkom haben 200 Entscheidungsbefugte großer und mittelgroßer Unternehmen aus dem deutschsprachigem Raum befragt und eine Studie zur Digitalisierung und dem Internet der Dinge erstellt. Alle Unternehmen stehen vor ähnlichen Herausforderungen und Fragestellungen. Und vor allem setzt sich im deutschen Mittelstand eine Erkenntnis durch: Wenn ein Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben will, muss es agiler werden und an der Digitalkompetenz arbeiten.

Vielleicht stellen Sie sich jetzt die Frage, was für Ihr Unternehmen die beste Strategie ist. Welche neuen Strukturen sind nötig? Und kostet die Digitalisierung Arbeitsplätze – oder schafft sie sogar neue? Die Studie gibt dazu ein paar Antworten – und macht Hoffnung: Mehr als 50 % der befragten Unternehmen berücksichtigen die Themen Digitalisierung und Internet of Things (IoT) bereits in der Entwicklung und Umsetzung ihrer Geschäftsstrategie. Allerdings: Rund 20 % der Unternehmen planen – zumindest derzeit – noch nichts. Und das, obwohl die Digitalisierung alle Branchen betrifft. Ein ähnliches Bild zeigt die Umfrage beim Thema agile Strukturen: 80 % der Befragten halten diese zwar für die Digitalisierung für sehr wichtig, gleichzeitig arbeiten derzeit weniger als 25 % der Unternehmen in agilen Strukturen.

Welche Digitalisierungsschritte haben Sie für Ihr Unternehmen bereits angestoßen?

Die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist ein gutes Beispiel dafür, dass es noch viel zu tun gibt, damit die Digitalisierung vorankommt – und damit die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens gestärkt wird. Sie können aber schnell überprüfen, ob Sie bereits die richtigen Hebel ansetzen.

Die Stellschrauben für Wettbewerbsfähigkeit

Mehr Strategie

Sie als Geschäftsführer müssen sich verstärkt mit der eigenen digitalen Geschäftsstrategie auseinandersetzen. Wo macht es Sinn, die Vorteile der Digitalisierung für die eigene Wettbewerbsposition zu nutzen? Gerade die Fertigungsindustrie kann mit neuen digitalen Technologien ihre Geschäftsmodelle deutlich ausweiten, Produkte und Leistungen neu gestalten sowie Wege der Zusammenarbeit im internen und externen Kontext optimieren.

Mehr Agilität

Natürlich haben Sie dafür zu sorgen, dass Ihr Unternehmen auch weiterhin eine zuverlässige Leistung im Kerngeschäft bietet. Aber darüber hinaus müssen Sie auch die kundenzentrierte Innovationskraft und Schnelligkeit aufzeigen, wie man sie von Start-ups kennt. Und das geht nur mit agilen Strukturen. Auch in Ihrem Unternehmen sollte daher Agilität möglicherweise nicht nur in den Prozessen, sondern auch konsequent in der Aufbauorganisation etabliert werden, zum Beispiel indem Sie vernetzte und abteilungsübergreifende digitale Teams bilden.

Mehr Qualifikation

Es besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Digitalisierung und das Internet der Dinge keine Arbeitsplätze vernichten werden. Im Gegenteil: Es wird erwartet, dass die Automatisierung und Digitalisierung sogar für ein Personalwachstum von jährlich bis zu zehn Prozent sorgt. Es sind ganz neue Berufsbilder entstanden wie Big Data Analyst oder Social Media Manager. Viele Unternehmen begegnen der Herausforderung der Digitalisierung vorrangig durch den Aufbau von Kompetenzen im eigenen Haus. Hier kommt Ihre Personalabteilung ins Spiel: Auf diese Situation gilt es sich mit entsprechendem Personal und durch Schulungen vorzubereiten.

Mehr Mut zur Veränderung

Die stärksten Auswirkungen der Digitalisierung wird es in den IT-Abteilungen geben. Verschiedene Cloud-Modelle oder Software as a Service sorgen dafür, dass Geschäftsbereiche wie Service, Logistik oder Produktion die Hoheit über die IT aus strategischen Gründen zunehmend für sich beanspruchen. Künftig sollte auch in Ihrem Unternehmen die IT näher an alle anderen Geschäftsbereiche heranrücken, ohne mit ihnen zu verschmelzen. Aus diesem Grund benötigen die IT-Abteilungen nicht nur technisches Know-how, sondern ein tief greifendes Verständnis für die Geschäfts- und Prozessanforderungen eines Unternehmens.

Der ganzheitliche Ansatz

Moderne Managementmodelle und Methoden wie das Enterprise Architecture Management bieten einen ganzheitlichen Ansatz: Ob Prozess und Informationen, Anwendungen und Infrastruktur oder die Handlungen und Ziele der Mitarbeiter – und nicht zuletzt auch die der Kunden: Alle wesentlichen Faktoren werden in dieses Managementmodell eingebettet und können so übergreifend geplant werden. Die vollständige digitale Unterstützung Ihrer internen Geschäftsabläufe ist also eine wichtige Voraussetzung, damit Sie die Vorteile vernetzter Prozesse nutzen können.

Entscheidend für Ihren Wettbewerbsvorteil ist daher ein Managementmodell, das die neue Komplexität der Vernetzung von Kunden, Produkten und Unternehmen abbildet und als Wegweiser im Kosmos der Möglichkeiten fungiert. Die Strategie lässt sich ganzheitlich in drei Dimensionen planen. Im spezifischen Kontext des jeweiligen Ökosystems werden die Aspekte „Kunde“, „Produkte und Dienstleistungen“ sowie „Unternehmen und Zusammenarbeit“ betrachtet und Wechselwirkungen abgeschätzt.

Digitale Transformation ist also weit mehr als reine Technologie: Sie ist der Treiber zur Steigerung von Wertschöpfung und Performance im Unternehmen. Und sie ist ein Garant dafür, dass Ihr Unternehmen auch künftig im Wettbewerb bestehen kann.