Digitalisierung in der Baubranche: Eine Frage der Sicherheit?

Auch wenn die Baubranche auf den ersten Blick eher bodenständig wirkt – auch sie wird mehr und mehr vom Trend zur Digitalisierung erfasst: So stimmen bereits heute 93 % der Akteure in der Bauwirtschaft zu, dass die Digitalisierung die Gesamtheit der Prozesse beeinflussen wird. Dennoch nutzen weniger als 6 % der Bauunternehmen die Möglichkeiten digitaler Planungsinstrumente voll aus. Dabei mag sicherlich eine „Das haben wir schon immer so gemacht“-Haltung eine Rolle spielen, dennoch wird sich in den kommenden Jahren kein Unternehmen dieser Entwicklung verschließen können. Denn der Paradigmenwechsel bringt gerade auch für kleine und mittelständische Betriebe jede Menge Chancen mit sich, den gesellschaftlichen Umbruch aktiv mitzugestalten. Trotzdem sollten IT-Verantwortliche bei der digitalen Transformation von Anfang an auf tragfähige Sicherheitskonzepte pochen.

Warum die Baubranche digital wird

  • Im Business der Zukunft geht nichts mehr ohne Vernetzung. Das betrifft auch die Bauwirtschaft – vielleicht sogar stärker als manch anderen Industriesektor. Denn hier geht es nicht nur um die Digitalisierung von unternehmensinternen Planungs- und Produktionsprozessen, sondern um eine umfassende Interaktion zwischen allen Stakeholdern und Gewerken entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Architekten über das Planungsbüro und den Bauträger bis hin zu Zulieferern, Logistikdienstleistern, Behörden und dem jeweiligen Bauherrn selbst. Das wiederum erfordert unternehmensübergreifend standardisierte Prozesse mit offenen Schnittstellen, die eine effiziente Zusammenarbeit ermöglichen.
  • Das mächtige digitale Planungstool BIM (Building Information Modeling) gibt hier bereits heute den Weg vor und gewinnt zunehmend an Anerkennung. Es vereinfacht Prozesse, beschleunigt die Kommunikation und ermöglicht eine präzise Kostenkalkulation.
  • Auf der Baustelle spielen moderne Telematiklösungen und mobile Geräte wie Tablets und Smartphones eine immer wichtigere Rolle. Mögliche Einsatzbereiche sind die GPS-Überwachung von Baumaschinen und Fahrzeugen sowie die Zeiterfassung für Mitarbeiter vor Ort.
  • Ausschreibungen öffentlicher Bauprojekte werden bereits heute in manchen europäischen Ländern nur noch digital abgewickelt, in Deutschland zu 80 bis 90 %.
  • Smart City, Smart Home, digitale Energiekonzepte wie Smart Grid oder eine digitale Verkehrsinfrastruktur: Auch Bauprojekte werden zunehmend von digitalen Aspekten bestimmt und erfordern von der Baubranche neue Lösungen.
  • Auch die Kundenbeziehung wird zunehmend digital: Kunden informieren sich viel mehr online, bevor sie sich für die Leistungen eines bestimmten Unternehmens entscheiden. Von der Webseite über Social Media und Bewertungsportale intensiviert sich das Kundenerlebnis. Die Kunden haben mehr Vergleichsmöglichkeiten und wechseln bei Unzufriedenheit schneller den Anbieter (BearingPoint: „Digitale Transformation in der Bauindustrie“, 2017). Ein (digitales) Kundenbeziehungsmanagement (Customer Relationship Management – CRM) ist heute also auch in der Baubranche wichtiger denn je, um einer Abwanderung von Kunden effektiv entgegenzusteuern.

 

Warum Sicherheit in allen Bereichen und Phasen eine wichtige Rolle spielt
  • Manche Unternehmen beklagen das Tempo, mit dem die digitale Transformation voranschreitet. Also implementiert man digitale Prozesse – und stellt die Sicherheitsaspekte erst einmal hintan. Das kann schnell fatale Folgen haben, wie die rasante Verbreitung des Verschlüsselungstrojaners Locky Im Jahr 2016 gezeigt hat, der binnen 24 Stunden mehr als 17.000 Unternehmensrechner blockierte. Auch zahlreiche Baubetriebe wurden durch diesen Eindringling vom Maschinenpark über das Backoffice bis hin zur Kommunikation komplett lahmgelegt. Die Ursache war vor allem ein laxer Umgang mit der E-Mail-Sicherheit – und fehlende Aufklärung der Mitarbeiter über die Risiken.
  • Nur 31 % der Unternehmen sehen das Thema IT-Sicherheit eher als positiven Wettbewerbsfaktor, für die meisten ist es ein lästiger Kostentreiber. 16 % befürchten sogar Umsatzeinbußen wegen Verzögerungen bei der Digitalisierung aufgrund von IT-Sicherheitsbedenken. Immerhin: Im Jahr 2016 planten 60 % der Unternehmen, ihre Budgets  im Bereich IT-Sicherheit zu erhöhen (Bundesdruckerei: „Digitalisierung und IT-Sicherheit in deutschen Unternehmen“, 2017, S. 5).
  • Zu den größten Sicherheitsrisiken im IT-Bereich gehört nach wie vor der Mensch – etwa bei einem leichtfertigen Umgang mit der Sicherheit in der Nutzung von E-Mail-Accounts und Mobilgeräten. Trotzdem schulen nur 46 % der Unternehmen die Sensibilität ihrer Mitarbeiter in Sicherheitsfragen (Ebd., S. 5).
  • Sicherheitsmängel in der IT-Infrastruktur begünstigen Datendiebstahl, Industriespionage, Sabotage und die Erpressung von Unternehmen. Hierdurch entsteht der deutschen Wirtschaft jährlich ein Schaden von etwa 55 Milliarden Euro.[5]
  • Spätestens seit Inkrafttreten der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) am 25. Mai 2018 gelten neue Regeln für den Umgang mit sensiblen Kundendaten. Ein entscheidender Punkt hierbei: 57 % der Unternehmen fühlen sich zumindest gelegentlich von den gesetzlichen Regelungen zu Datenschutz und IT-Sicherheit überfordert. Hier besteht also Handlungsbedarf auch vom Gesetzgeber, die Bestimmungen klarer und „alltagstauglicher“ zu fassen. (Bundesdruckerei: „Digitalisierung und IT-Sicherheit in deutschen Unternehmen“, 2017, S. 5)

 

Was sind die wichtigsten Schritte zu mehr IT-Sicherheit?
  • Datenschutz- und IT-Sicherheitsstrategien müssen von Anfang an bei der Planung und Einführung von digitalen Prozessen Hand in Hand gehen.
  • Standardisierung von sicherheitsrelevanten Prozessen, auch hinsichtlich der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit mit anderen Gewerken, Zulieferern und Behörden. Die strikte Einhaltung dieser Prozesse muss laufend überwacht werden.
  • Differenzierte Zuteilung von Zugriffsrechten auf sensible Unternehmens- oder Kundendaten.
  • Es gilt, die Belegschaft für die hohe Brisanz der IT-Sicherheit zu sensibilisieren und regelmäßige Schulungen im Umgang mit digitalen Prozessen, Kommunikationstools und Medien durchzuführen.
  • Regelmäßige Software-Updates.
  • Kontinuierliche Überprüfung der IT-Infrastruktur auf Schwachstellen.
  • Weitere Informationen zu IT-Sicherheit und Datenschutz liefern gern die örtlichen Handwerkskammern – auch speziell für einzelne Branchen.

 

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