Digitalisierung im KMU: Vorurteile, Erwartungen und Möglichkeiten

Die Digitalisierung bietet unendliche Möglichkeiten, gerade für den Mittelstand: Neue Produkte können schneller hergestellt, Kundenwünsche besser berücksichtigt, neue Geschäftsfelder und Services angeboten werden. Vor allem für kleinere Unternehmen ergeben sich durch das Internet und die damit verknüpften Technologien und Produkte ganz neue Möglichkeiten der Teilhabe an Wertschöpfungsketten.

Auch die Beziehungen zu Beschäftigten, Kunden und Lieferanten verändern sich grundlegend. Da die digitale Transformation sich jedoch in Deutschland noch in den Anfängen befindet, ist nicht abzusehen, welche konkreten Auswirkungen sie im Detail haben wird. Unter anderem deshalb sind in vielen KMU noch Vorurteile und Skepsis zu beobachten, wenn es um die Digitalisierung geht. Dieser Artikel bietet einen guten Überblick, konkrete Antworten, und praktische Unterstützung auf diesem Weg.

Die häufigsten Digitalisierungs-Irrtümer und was dahintersteckt

Wir haben nicht die richtigen Leute.

Das stimmt in den meisten Fällen sogar. Denn digitale Talente zieht es in der Regel zu Konzernen oder Start-Ups in attraktiven Standorten – und viele erfolgreiche KMU sind eher im ländlichen Raum anzufinden. Passen Sie Ihre Arbeitsbedingungen deshalb an die Anforderungen der umkämpften Fachkräfte an, dazu zählen agile Softwareentwicklung, flexible Arbeitszeitmodelle, zeitgemäße Technologien uvm. Und nicht zu unterschätzen ist der KMU-Faktor als Werbeargument: Denn im Gegensatz zum Start-Up sind Mittelständler nicht erst seit gestern am Markt und während man im Konzern nur eine Nummer ist, bieten sich in vielen KMU schnell Gestaltungsmöglichkeiten. So lange diese Maßnahmen noch nicht greifen, nutzen Sie einfach die Erfahrung externer Partner.

Warum etwas ändern? Es funktioniert doch eigentlich alles.

Das dachten sich Reisebüros, Katalog-Versandhändler, Kaufhäuser, Tageszeitungen oder Lexika-Verlage sicherlich auch. Doch dann kamen agile Start-Ups und griffen ihre Geschäftsmodelle mit attraktiveren, komfortableren und günstigeren Angeboten an. Und was im Endkundengeschäft schon passiert ist, kann auch im B2B-Bereich beobachtet werden. Hier sind es ausländische Zulieferer, die dank Digitalisierung in der Lage sind, den Wissensvorsprung der etablierten Platzhirsche schnell aufzuholen und Ihre Produkte attraktiver anzubieten.

Unsere Daten sind nicht sicher.

Gerade beim Thema Cloud werden oft die eingeschränkte Datenprivatsphäre, ungeklärte Dateneigentumsverhältnisse sowie die Sorge vor Datendiebstahl und Datenverlust als Verhinderungsgründe genannt. Da lohnt sich ein genauerer Blick:

  • Privatsphäre ist ausschließlich bei Rechnern gesichert, die physikalisch von allen Netzwerken und damit auch vom Internet getrennt sind. 
  • Eigentumsverhältnisse sind eine rein rechtliche Frage, die mit dem jeweiligen Anbieter des Cloud‐Services geklärt werden muss.
  • Die Verhinderung von Datendiebstahl hängt mit der Kompetenz Ihres Cloud-Partners zusammen. Informieren Sie sich, welche Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.
  • Datenverlust entsteht vor allem durch eine Kombination aus Hardwareschäden, zu geringen Datenredundanzen und unzureichenden Sicherungen. Diese Faktoren lassen sich bei gründlicher Prüfung und Auswahl eines Partners vermeiden.

 Digitalisierung ist zu teuer.

Die benötigten finanziellen Mittel sind bei weitem nicht so hoch, wie angenommen. Schon mit wenigen tausend Euro lässt sich beispielsweise eine Datenbank zur Produktionsplanung programmieren. Tablets für den Außendienst sind auch nicht viel teurer. Und für umfassendere Projekten gibt es ein spezielles Förderprogramm der KfW.

Vorurteile überwinden – Chancen nutzen

Auch wenn Sie die Prozesse und Geschäftsmodelle Ihres Unternehmens nicht über Nacht digital transformieren können, sollten Sie zumindest die ersten Weichen stellen, um diese Chancen zu nutzen:

  • Digitaler Datenaustausch mit Zulieferern und Kunden macht es möglich, Produkte nach individuellen Kundenwünschen auch in kleinen Losgrößen und just in time zu fertigen.
  • Flexibilisierung und zeitliche Optimierung von Produktionsprozessen um Produkte schneller und mit weniger Ressourcenaufwand herzustellen.
  • Sensor‐basierte Überwachung von Anlagen und Produkten zur Optimierung Instandhaltung und Service.
  • Sammlung und Analyse anfallender Daten zur Entwicklung neuer Dienstleistungsangebote.
  • Social‐Media‐basierte Kundenbindung und Kundengewinnung.
  • Breite digitale Qualifizierung der Mitarbeiter und Schaffung einer Intrapreneurship‐Kultur, die digitale Innovation zulässt.
 
Fazit: Weder Totengräber noch Heilsbringer

Wie bei vielen Themen von gesamtgesellschaftlicher Relevanz, gibt es auch zur Digitalisierung viele verschiedene Meinungen. Und die lautesten Redner sind nicht immer am besten informiert. Fakt ist, dass die Digitalisierung weder Totengräber noch Heilsbringer des deutschen Mittelstandes ist. Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte. Aber mit einem kritischen Blick auf eigene Vorurteile und einer konstruktiven Prüfung und Anwendung konkreter Digitalisierungs-Projekte lassen sich schon kurzfristig spürbar positive Effekte für Ihr Unternehmen erzielen.

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