Ran da! Digitalisierung lebt vom Mitmachen

Die digitale Transformation verändert schon seit geraumer Zeit unseren Alltag: Der Urlaub wird online gebucht, die Pizza via App bestellt, und TV-Serien werden gestreamt. Digitalisierung schafft Freiräume und sorgt für mehr Effektivität. Optimale Zutaten also, um auch den Mittelstand fit für die Zukunft zu machen.

Es ist sicher keine Überraschung, dass die Digitalisierung enorme Veränderungen mit sich bringt. Allerdings – und das ist noch immer nicht jedem klar – betreffen diese Veränderungen alle Branchen und Arbeitsbereiche, nicht nur einzelne IT-Unternehmen oder ein paar Start-ups im Silicon Valley. Digitalisierung ist viel mehr als nur die Nutzung von E-Mails, die Veröffentlichung einer attraktiven Webseite als Unternehmensrepräsentanz oder eines Online-Shops und das Anlegen eines Social-Media-Accounts für die Kommunikation mit Kunden. Digitalisierung steht für die digitale Revolution – oder zumindest für eine digitale Transformation. In der Digitalisierung steckt also das Potenzial, die Art, wie wir arbeiten, langfristig zu verändern. Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die konkrete Arbeitssituation in Ihrem Unternehmen? Um diese Frage zu beantworten, muss man verstehen, was Digitalisierung überhaupt ist – und wo sie Unternehmen unterstützen kann.

Aus diesem Grund wird es hier kurz technisch: Digitalisierung bezeichnet ursprünglich die Umwandlung von analogen Daten in digitale Dateien – mit dem Vorteil, dass sich digitale Formate wesentlich flexibler und schneller verarbeiten lassen als analoge Informationen. Inzwischen werden die meisten Medienformate direkt in digitaler Form erstellt – ohne die Vorstufe einer analogen Version. Grundsätzlich lässt sich alles digitalisieren, was mit Sensoren erfassbar und messbar ist. Dazu zählen beispielsweise neben Tonaufnahmen, Videoaufnahmen, Dokumenten und Bildern auch Umgebungswerte wie Temperaturen, Windgeschwindigkeiten oder Magnetfelder. Zur Messung können sowohl Mikrofone, Bildsensoren, Scanner, Thermometer oder andere Geräte zum Einsatz kommen. Für die Erstellung, Speicherung, Verteilung und Verarbeitung der Daten werden Computer, Smartphones, Kommunikationsnetze, Internetanwendungen und Datenbanken eingesetzt.

Viele Möglichkeiten mit Cloud und IoT

Der Vorteil von Informationen in digitaler Form liegt auf der Hand: Sie lassen sich durch Standardisierung mithilfe von Datenverarbeitungssystemen verwenden, bearbeiten, wiedergeben, speichern und verteilen. Und digitale Daten lassen sich besser verwalten, es kommt außerdem zu weniger Verfälschungen und Fehlern. Aber natürlich geht es nicht nur um das genaue digitale Abbild von Dokumenten und Medien und dessen sicheres Archivieren auf Speichern oder in der Cloud. Das alles ist lediglich die Grundlage für die Einbindung von automatischen Steuerungsmöglichkeiten oder den Einsatz des sogenannten Internets der Dinge – oder IoT als Abkürzung für die englische Originalbezeichnung „Internet of Things“. Genau genommen ist es eine Umschreibung dafür, dass Maschinen mit Maschinen über das Internet autonom kommunizieren können.

Keine Sorge, denn so komplex das auch klingen mag: Das geschieht in Bruchteilen von Sekunden – und liefert Ergebnisse, für die Menschen Stunden, wenn nicht Tage brauchen würden. Die Digitalisierung ist ein Teil unseres Alltags geworden, ohne dass wir es überhaupt bemerken. Aktien werden an der Börse digital gehandelt, die Verkehrssteuerung unserer Straßen übernimmt ein Computer. Oder man schaut auf die Fertigung von Produkten oder den Anbau von Lebensmitteln: Der Computer und künstliche Intelligenzen (KI) übernehmen auch hier immer mehr Aufgaben. Wie digitalisiert ist Ihr Unternehmen in Bereichen wie Verwaltung, Produktion und Vertrieb? Und sind Ihre Mitarbeiter ausreichend auf einen Kulturwandel in Richtung Digitalisierung vorbereitet?

Der neue Kollege mit der künstlichen Intelligenz

Die Digitalisierung ist vor allem ein sinnvoller Umgang mit Daten – und diese entstehen überall. Wenn möglichst viele Daten in digitaler Form vorliegen, lassen sich Abläufe noch besser automatisieren. Mehr noch: Inzwischen können künstliche Intelligenzen so trainiert werden, dass für einfache Entscheidungen kein menschlicher Mitarbeiter mehr nötig ist. Ein Beispiel: In vielen Gärtnereien sorgt IoT-Technologie in Verbindung mit aktueller KI-Methodik bereits heute dafür, dass Pflanzen bei Hitze automatisch gewässert werden, oder dass sich Glashausdächer je nach Witterung öffnen oder schließen. In der Fertigung von Produkten erkennen Sensoren wiederum die Qualität der Werkstoffe automatisch, im Finanz- oder Personalwesen lassen sich Akten einfacher verwalten. Und für all diese und viele weitere Einsatzgebiete sind Datensätze notwendig, die dabei helfen, digitale Prozesse anzustoßen.

Digitalisierung ist vor allem mit Blick auf die Zukunft und gerade im Mittelstand enorm wichtig. Das fängt bei der digitalen Buchführung an und hört nicht bei Personalplanung oder Logistik auf. Dabei geht es nicht um blindes Einsetzen von technologischen Möglichkeiten. Nicht jede Entwicklung ist für das individuelle Bedürfnis zielführend. Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein, sie muss das eigentliche Geschäft unterstützen. Und sie bedarf einer genauen Analyse der Bedürfnisse und Möglichkeiten – mit Blick auf die Zukunftssicherheit. Denn auch das lehrt die Digitalisierung: Der Zeitraum, in dem Technologien veralten, verkürzt sich immer schneller. Und hier lauert die Gefahr: Disruptive Angreifer nutzen die Möglichkeiten der digitalen Welt und zwingen den Mittelstand quasi zum Einstieg in das digitale Unternehmen. Ein Blick auf das Hotelgewerbe zeigt, wie Digitalisierung bestehende Geschäftsmodelle ins Wanken bringt und gleichzeitig neue Möglichkeiten schafft: Im Jahr 2008 ist Airbnb als kleines Start-up gestartet. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Online-Plattform aus dem Silicon Valley zum weltweit größten Übernachtungsanbieter auf und wird mittlerweile auf einen Wert von rund 25 Milliarden Euro taxiert. Und das ohne ein einziges eigenes Bett.

Wann haben Sie das letzte Mal zusehen müssen, dass Mitbewerber mit der Umsetzung von Ideen schneller waren? Lange gewartet? Furcht vor Veränderungen ist ein schlechter Ratgeber in Zeiten der Digitalisierung. Es gibt digitale Trends, die allgemeingültig sind und bleiben – auch in Ihrer Branche. Eines ist aber auch klar: Es wird immer wieder passieren, dass man bei Entscheidungen für oder gegen eine Umsetzung Fehler macht. „Fail fast“ heißt es hier, also lieber schnell einen Fehler machen, als die Chance zur Veränderung an sich vorbeiziehen zu lassen. Wichtig ist es, dann aus diesen Fehlern zu lernen. Das gilt in allen Bereichen Ihres unternehmerischen Handelns und sollte daher auch ein fester Bestandteil einer mittelständischen Digitalstrategie sein.

Haben Sie bereits strategische Handlungsfelder im Hinblick auf die Digitalisierung identifiziert? Dann ist Ihnen klar, dass der Einsatz digitaler Hilfsmittel zwar Investitionen nach sich zieht, dies aber in kürzester Zeit zu Einsparungen führt, Kapazitäten freisetzt und für mehr Effizienz sorgt. Digitalisierung ist nicht nur ein Thema für IT-Unternehmen, sondern betrifft jede Branche. Und richtig eingesetzt hilft sie auch Ihnen dabei, dass Sie Technik für sich arbeiten lassen können – und nicht umgekehrt.