Kosten runter, Wachstum rauf: So profitieren Sie von der Digitalisierung

Der amerikanische Informatiker Alan Curtis Kay hat einmal gesagt: „Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.“ Da auch die Technologie in den Bereichen Planung, Ingenieurs- und Bauwesen einem rasanten Wandel unterworfen ist, sollten Sie mitmachen bei der Digitalisierung Ihrer Produkte „made in Germany“. Lesen Sie hier, wie Sie digitale Neuerungen für sich nutzen können, um Mehrwerte zu generieren und Ihre Kosten in der Produktion und Administration zu senken.

28 Milliarden Euro Verlust zwischen Kiel und Garmisch

Laut einer Studie im Auftrag von Sage, einem der führenden britischen Anbieter für cloudbasierte Buchhaltungs- und Lohnabrechnungssysteme, ist beim Digitalisierungsgrad kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Deutschland und zehn weiteren Ländern oft noch Luft nach oben, vor allem in den Bereichen Produktion und Administration. Demnach verwenden die KMU in den elf untersuchten Ländern* jährlich durchschnittlich jeweils fast 120 Werktage für administrative Aufgaben. Und rund fünf Prozent aller Arbeitstage werden für die Buchhaltung benötigt. Zwar liegt die Quote in Deutschland mit 3,7 Prozent unter dem Studiendurchschnitt, doch das entspricht immer noch einem Produktivitätsverlust von hochgerechnet 28 Milliarden Euro pro Jahr.

Ohne Investitionen geht es nicht!

Einer der Gründe für den ausbaufähigen Digitalisierungsgrad von KMU hierzulande: Viele Mittelständler investieren nicht in Software-Lösungen für ihre Administration, weil ihnen die Einführungskosten zu hoch erscheinen (28 Prozent). Und weitere 22 Prozent befürchten, die Betreuung digitaler Plattformen sei zu zeitaufwendig. Für Sie als Geschäftsführer ist diese Erkenntnis aus zweierlei Gründen Gold wert. Erstens: Sie veranschaulicht, dass flexibles Denken und Handeln, gepaart mit einem offenen Blick auf Neues, einen Zeitvorteil verschafft gegenüber Ihren zögerlichen Mitbewerbern am Markt. Und zweitens, Sie ahnen es: Ohne Investitionen geht es nicht. Also stoßen Sie die Veränderung an, und ernten Sie später die Früchte Ihres Investments: Kosteneinsparungen bei der Administration und zusätzliche Gewinne bei der Produktion.

Digitalisierung und Mittelstand: Ziemlich beste Freunde

Um Kostenpotenziale zu identifizieren und zu heben, ist es mit der Ad-hoc-Aufrüstung Ihrer unternehmenseigenen IT-Infrastruktur nicht getan. Vielmehr bedarf es eines strategischen Digitalisierungsansatzes, der über alle Unternehmensebenen hinweg getragen wird – von der Geschäftsführung über die Abteilungsleiter bis zur Belegschaft. Alle Gewerke müssen verinnerlichen, dass Digitalisierung Teil der Unternehmens-DNA werden muss. Dass das kein Hexenwerk ist, zeigt die Hain GmbH aus dem hessischen Offenbach. Seit einigen Jahren vertreibt die Firma neben Druckern und Faxgeräten auch digitale Lösungen fürs Office-Management ihrer Kunden. Die Geschäftsführung um Maurizio Pittello habe so auf den Preisverfall bei den Geräten reagiert. Eine strategisch weise Entscheidung, denn mittlerweile tragen die digitalen Lösungen 50 Prozent zum gesamten Unternehmensumsatz bei.

Doch auch für Unternehmen mit offline basierten Geschäftsmodellen, wie etwa Bauunternehmer, Konstrukteure oder Ingenieure, kann sich Digitalisierung auszahlen, Stichwort Building Information Modeling (BIM). Dahinter verbirgt sich die durchgängige Digitalisierung aller Bauwerksinformationen in einem virtuellen Bauwerksmodell. Sämtliche relevanten Gebäudedaten werden digital erfasst, kombiniert und vernetzt: vom Durchmesser der Stütze in der Tiefgarage über die Tragfähigkeit der Decke im vierten Obergeschoss bis zur Wattaufnahme der Kellerbeleuchtung. BIM schafft also eine einheitliche Datenbasis, um eine effizientere Planung und Ausführung umfangreicher Baumaßnahmen zu realisieren.

Sehr gut, Sie digitalisieren! Und jetzt?

Der Wettbewerb wird im digitalen Zeitalter weiter zunehmen. Für Sie heißt das: Es gibt einiges zu tun. Dafür müssen überholte Paradigmen und der „Was nicht von uns kommt, taugt nichts“-Reflex verbannt und festgefahrenes Silodenken aufgebrochen werden. Oft bringen Sie als Geschäftsführer im Vorstandsrang den entscheidenden Durchbruch. Sie denken immer wieder neu, ohne dabei das Bewährte, mit dem Sie aktuell Geld verdienen, infrage zu stellen. Aber auch Ihre Belegschaft muss mitziehen. Digitale Fortbildungen und IT-Workshops sind dabei keine hohlen Start-up-Phrasen, sondern notwendige Tools, um die enorme Geschwindigkeit der Digitalisierung mithalten und ihr Potenzial nutzen zu können.

*Das Marktforschungsunternehmen Plum Consulting hat die Studie im Auftrag von Sage in den Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Spanien, Südafrika, USA, Kanada, Brasilien, Australien und Singapur 2017 durchgeführt und dabei mehr als 3.000 Unternehmen befragt.