Wenn Maschinen miteinander sprechen

Das Internet der Dinge ist in aller Munde – und das nicht nur auf privater Ebene: Vor allem der Mittelstand wird vom Einsatz entsprechender Lösungen und von zentralen IoT-Plattformen profitieren und sich damit besser gegen den Wettbewerb behaupten können. Aus diesem Grund sollten vor allem kleine Unternehmen und Mittelständler diese Zukunftstechnologie nicht aus den Augen verlieren und frühzeitig in den Einsatz des IoT investieren. Doch was ist das IoT überhaupt – und wo können Sie es in Ihrem Unternehmen effizient einsetzen? Wir haben da ein paar gute Nachrichten für Sie.

Sie kennen den Begriff, schließlich wirbt inzwischen fast jeder Elektronikhersteller damit, dass sein Produkt fit für das Internet der Dinge ist. Die Buchstaben „IoT“ (Abkürzung für die englische Bezeichnung „Internet of Things“) werden zudem in fast allen Diskussionen genutzt, in denen es um die digitale Zukunft geht. Aus Konsumentensicht ist das IoT schnell erklärt: Es bezeichnet grob gesagt das Konzept, alltägliche Gegenstände mit dem Internet zu verbinden.

Das hat zwei Gründe: Einerseits macht es die Geräte intelligenter. Eine Kaffeemaschine kann zum Beispiel automatisch mit Updates und neuen Rezepten für exklusive Kaffee-Kreationen versorgt werden. Oder Wetterinformationen und Sensordaten fließen automatisch in die mit dem Internet verbundene Heizungsanlage, wodurch effektiver und gleichzeitig günstiger geheizt wird. Vielleicht haben Sie selbst eines dieser Geräte bei sich im Haus installiert. Die Fernbedienung dafür besitzen Sie auf jeden Fall: Gesteuert werden solche Geräte zumeist per Smartphone, gern auch per Sprachbefehl.

Achtung, Verwechslungsgefahr!

Andererseits handelt es sich bei diesen Dingen nur um einen Teilaspekt des IoT, der unter dem Oberbegriff Smart Home vermarktet wird. Das Internet der Dinge schafft vielleicht die Grundlage dafür, dass Alltagstechnik smart wird, aber es kann viel mehr und umfasst deutlich größere Einsatzgebiete. Es geht also nicht darum, im Zuge der Digitalisierung Ihres Unternehmens ein paar smarte Rauchmelder zu installieren oder Lampen auf Zuruf zu regulieren. 

Vor allem können mit dem IoT Maschinen miteinander kommunizieren. Am Ende geht es also immer um die intelligente Vernetzung von Objekten via Internet und gleichzeitig um die Analyse von Daten, die auf diese Weise eingesammelt werden. Sie als Unternehmer haben so beispielsweise ein mächtiges Instrument, um das Nutzungsverhalten Ihrer Kunden noch besser und vor allem schneller zu verstehen, wenn verkaufte Geräte Informationen zurückspielen.

Es ist nahezu unmöglich, die derzeitigen Grenzen für einen sinnvollen Einsatz auszuloten, da im Monatstakt neue Chips, Sensoren und auch neue Drahtlosverbindungen auf den Markt kommen und immer wieder neue Bereiche der Möglichkeiten aufzeigen. Gleichzeitig entwickeln sich Standards, Cloud-Lösungen werden günstiger und die Infrastruktur wird verbessert: So soll spätestens ab 2020 bundesweit mit dem Mobilfunkstandard 5G der Nachfolger von LTE zur Verfügung stehen. Gleichzeitig werden laut einer Studie von Gartner von 2017 weltweit über 26 Milliarden Geräte im Einsatz sein, die mit dem Internet verbunden sind. Inzwischen gehen Schätzungen sogar von über 100 Milliarden aus. Und laut McKinsey lassen sich im Jahr 2020 allein in Deutschland 23 Milliarden Euro damit umsetzen. Kein Wunder also, dass laut einer Bitcom-Umfrage das IoT hierzulande zu den Top-3-Hightech-Themen zählt.

Mehr IoT, effizientere Abläufe

Schon jetzt sind in Deutschland Produkte und Maschinen immer stärker miteinander vernetzt. Auch kleine und mittelständische Unternehmen setzen dabei verstärkt auf IoT-Plattformen. Die Folge: Standardisierte IoT-Produkte ersetzen individuelle Lösungen der IoT-Anfangsjahre. Das macht zum Beispiel die Wartung günstiger und effektiver, aber vor allem schafft das noch mehr Möglichkeiten für die Digitalisierung von Abläufen.

Setzen Sie bereits IoT-Lösungen in Ihrem Unternehmen ein? Sie wären damit nicht allein, denn es gibt schon jetzt viele Möglichkeiten, Abläufe durch smarte Technik zu optimieren – nicht erst mit einem leistungsfähigeren Mobilfunknetz. Beispiele dafür gibt es reichlich: In der sogenannten Industrie 4.0 können sich intelligente Maschinen bereits selbst kontrollieren, sie werden aus der Ferne gewartet, oder sie geben permanent Informationen über den Produktionsverlauf. Mehr noch: Flugzeugturbinen werden mit IoT-Technik sogar im Betrieb fernüberwacht oder Ölbohrinseln intelligent gesteuert.

Flugzeuge, Bohrinseln – geht es auch ein wenig kleiner? Aber ja, denn es gibt unzählige gute Gründe dafür, warum das IoT gerade für Ihr Unternehmen ein interessantes Thema ist. Verfügt Ihr Unternehmen zum Beispiel über einen Fuhrpark? Per IoT kann das Auto mit dem eigenen Kalender verknüpft werden, Routen sind automatisch eingestellt, sobald der Fahrer ins Auto steigt. Bei einer Verspätung würde das Auto automatisch eine Nachricht absetzen. Drucker, Kaffeemaschine, Kühlschrank könnten feststellen, wann etwas fehlt, und dies mitteilen – oder sogar selbst eine rechtssichere Bestellung der Verbrauchsmaterialien aufgeben. Die Buchung von Besprechungsräumen und Belegung von Arbeitsplätzen kann – zum Beispiel mit dem Einsatz von Sensoren – besser koordiniert werden.

Sensoren für ein besseres Miteinander

Das sind nur einige der Möglichkeiten, wie Vernetzung von ganz alltäglichen Dingen im Betrieb genutzt werden kann. Viel spannender ist es, wie Sie mit dem Einsatz des IoT einen Mehrwert oder Kundennutzen für Ihr Unternehmen schaffen. Ein Beispiel hierfür ist der Bereich Predictive Maintenance: Maschinen, Fahrzeuge, IT-Systeme und selbst hochwertige Konsumgüter lassen sich mit Sensoren ausstatten, die zentrale Komponenten überwachen. Noch bevor ein wichtiger Bestandteil ausfällt, wird eine Benachrichtigung an den Hersteller geschickt. Oder es können verbindliche Abrechnungen erstellt werden, bei denen nur Kosten anfallen, wenn die Maschine arbeitet. Mit dem IoT und zentral gesteuerten persönlichen Zugängen können teure Maschinen für mehrere Personen zugänglich und abrechenbar gemacht werden.

Es lässt sich also zusammenfassen, dass den Einsatzmöglichkeiten des IoT fast keine Grenzen gesetzt sind. Und gerade für innovative und agile kleinere Unternehmen tun sich dadurch – gerade mit Blick auf die Zukunft – großartige Optionen auf.