Warum IoT die Logistikbranche antreibt

In der Logistikbranche sind die gestiegenen Anforderungen hinsichtlich Transparenz, Lieferfähigkeit und Liefertreue sowie der Wunsch nach individualisierten Produkten oder Leistungen die wesentlichen Markttreiber der Digitalisierung. Das Internet der Dinge (IoT) entwickelt sich in diesem Zusammenhang zu einem wichtigen Treiber und wesentlichen Bestandteil neuer Serviceangebote. IoT-Lösungen erhöhen die Effizienz von Lieferketten und sorgen für Wettbewerbsvorteile. Doch wie starten Sie am besten, wenn Sie für Ihr Logistikunternehmen die Digitalisierung mit smarten IoT-Konzepten voranbringen wollen? Wir hätten da ein paar Antworten für Sie parat.

Ob Smartphones, spannende IoT-Lösungen für ein smartes Zuhause, der Einsatz künstlicher Intelligenz oder Musik aus der Cloud: In vielen Privathaushalten gehört Zukunftstechnologie bereits zum Alltag. Gleichzeitig digitalisieren viele Unternehmen ihre Prozesse noch sehr zögerlich. Dabei bietet die Digitalisierung ungesehene Chancen – und das vor allem für den Logistikbereich. Können Sie sich vorstellen, wie beispielsweise Online-Händler wie Amazon oder Zalando ohne eine digitalisierte Logistik so erfolgreich sein könnten? Die Unternehmensberatung Roland Berger benennt vier Trends, die die Zukunft der Logistikbranche prägen werden.

1. Vernetzung: Kunden vernetzen sich über Online-Plattformen direkt mit Logistikunternehmen, wodurch die Abwicklung und die Transportkapazität optimiert werden und die Frachtkosten sinken. Einfache Transporte werden so künftig viel effizienter und kostengünstiger abgewickelt. Um gemeinsam als neutraler Plattformanbieter agieren zu können, sollten Logistikunternehmen daher Kooperationsmodelle prüfen.

2. Plattformen: Frachtführer und Terminalbetreiber werden zukünftig neueste Technologien nutzen müssen, um Auslastung und Kosten zu optimieren. Durch das Schnüren spezieller Frachtpakete sind sie nicht nur von den Aufträgen der Buchungsplattformen abhängig. Vor allem Firmen mit einfachen Logistikketten, beispielsweise im Shuttle-Verkehr, können so die Buchungsgebühren von Plattformen einsparen. Denkbar ist auch der Aufbau einer eigenen Online-Plattform in Kooperation mit anderen Frachtführern und Terminalbetreibern.

3. Automatisierung: Ist ein industriespezifisches Know-how gefragt, werden Supply-Chain-Spezialisten auch weiterhin komplizierte Lieferprozesse abwickeln. Um aber die immer komplexeren Lieferketten effizienter und transparenter zu gestalten, müssen die spezialisierten Nischenanbieter ihre Prozesse stärker automatisieren. Die Herausforderung dabei ist, Technologiesprünge mitzugehen und innovativ zu bleiben. Außerdem müssen sie preislich wettbewerbsfähig bleiben. Um dies zu erreichen, ist es sinnvoll, mit digitalen Service-Providern zu kooperieren.

4. Partnerschaften: Service-Provider sind das Kernstück der digitalen Logistik: Sie stellen – neben vielen weiteren Dienstleistungen – Softwareprodukte und Lösungen für die Sammlung und systematische Auswertung großer Datenmengen zur Verfügung. Das können Online-Bezahlsysteme oder GPS-Trackingsysteme sein, aber auch eine automatisierte Zollabwicklung.

Bei all diesen Punkten ist das Internet der Dinge ein elementarer Baustein, die Prozesse kontinuierlich zu verbessern.

Transportlogistik 4.0

Durch die wachsende Bedeutung von E-Commerce und B2C-Marktauftritten werden die Logistik-Volumina immer größer, während sich einzelne Aufträge kleinteiliger gestalten. Insgesamt wird die Logistik künftig mehr Beschädigungen und Rückläufer in der Lieferkette abwickeln müssen. Die Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services hat unter dem Stichwort „Transportlogistik 4.0“ den Stand der Digitalisierung der Logistikbranche in einer Studie zusammengefasst. Sie zeigt auf, wie stark die Transportbranche bereits von der digitalen Transformation erfasst wurde und weshalb die Entwicklungen gerade erst ihren Anfang genommen haben. Kurz gefasst definiert die Studie es so: „Transportlogistik 4.0 ist die daten- und vernetzungsbasierte Unterstützung überbetrieblicher Transporte mittels digitaler Technologien zur transparenteren, agileren und effizienteren Steuerung, Organisation, Durchführung und Abwicklung.“

Laut einer Bitkom-Studie von März 2017 setzt bereits eine große Mehrheit der Unternehmen digitale Technologien in der Logistik ein. 84 Prozent der Befragten nutzen spezielle Lösungen, sechs Prozent planen konkret den Einsatz, und immerhin weitere sechs Prozent können es sich vorstellen. Die Logistik ist also hinsichtlich der aktuellen und der künftigen IoT-Reife den anderen Branchen in fast allen Punkten voraus. Ihr Equipment ist aktuell schon besser vernetzt, und sie kann mehr IoT-Projekterfahrung vorweisen. Schreiten die Digitalisierung und die Verfügbarkeit von IoT-Lösungen fort, können bald überall die aufwendige Inventur im Lager, der Gabelstapler, der Paletten hin und her fährt, und der Lkw, der die Bestellung zum Händler bringt, Auslaufmodelle sein.

Die Zukunft ist da

Die Logistik wird sich dank IoT völlig verändern – und die Bitkom-Studie nennt dafür konkrete Beispiele: Drei Viertel der befragten Unternehmen erwarten, dass Datenbrillen weitverbreitet sein werden und die Beschäftigten in der Logistik unterstützen, etwa mit eingeblendeten Zusatzinformationen. Zwei Drittel glauben, dass selbstlernende Systeme viele Aufgaben in der Logistik übernehmen werden, etwa die Planung der besten Route oder das Auslösen von Bestellvorgängen. 58 Prozent der Umfrageteilnehmer rechnen damit, dass autonome Drohnen die Inventur des Lagerbestands durchführen werden. Schon jetzt werden Waren mit autonomen Fahrzeugen transportiert, künftig werden laut Umfrage Drohnen und Lieferroboter die Produkte bis zum Kunden bringen. „Die Logistik ist bereits heute einer der digitalsten Unternehmensbereiche“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Aber mit Drohnen, autonomen Systemen und Artificial Intelligence steht der Logistik nicht nur eine Optimierung von Geschäftsprozessen bevor, sondern eine echte Revolution.“

IoT war in der Logistik schon früh ein Thema –lange bevor es den Begriff überhaupt gab. So werden seit Jahren Paketsendungen mit einem Strichcode oder QR-Code versehen, der Informationen über Absender, Empfänger und die Fracht selbst enthält. Durch die permanente Erfassung per Scanner ist quasi ein Tracking in Echtzeit möglich. Inzwischen kann das Internet of Things allerdings beträchtlich mehr. So birgt ein komplett digitales Supply-Chain-Management viele Möglichkeiten zur Steigerung der Produktivität und Effizienz sowie zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit. Doch ein einfaches Tracking reicht längst nicht mehr aus. Kunden wollen ihre Ware heute nicht nur schneller haben, sie wollen auch jederzeit wissen, wo sie ist, wann sie voraussichtlich ankommt und vielleicht sogar, in welchem Zustand sie sich befindet – zum Beispiel bei verderblichen Waren.

Von der Produktion bis zur Haustür

Eine vollständig digitalisierte Lieferkette beginnt beispielsweise damit, dass der Bestand von Rohmaterialien mit Sensoren überwacht und vor Diebstahl geschützt wird, um Engpässen bei den Rohmaterialien von Anfang an vorzubeugen. Bei der Produktion interagieren Maschinen sowohl untereinander als auch mit Menschen. So wissen die Techniker schon im Voraus, wenn bestimmte Funktionen bei einer Maschine auszufallen drohen. Dank dem IoT können die Maschinen aus der Ferne gewartet oder mit Software-Updates repariert werden. Bei der Auslieferung der fertigen Produkte können die Pakete verfolgt und deren Zustände permanent überwacht werden – sogar in Übersee. Fahrtrouten von Lieferfahrzeugen lassen sich optimal steuern, indem aktuelle Standorte und Verkehrslagen ständig an eine Zentrale übermittelt werden. Die Basis für die Vernetzung von Rohmaterialien, Maschinen und Paketen ist die Funktechnologie Narrowband-IoT, die für die regelmäßige Übertragung kleiner Datenmengen und die kostengünstige Vernetzung unzähliger Geräte ausgelegt ist. Und das sogar hinter dicken Hauswänden und tief unter der Erde.

Denn eines ist klar: Um im Wettbewerb bestehen zu können, muss eine digitale Logistik interaktiver, schneller, sicherer sowie zuverlässiger operieren und kommunizieren. Für Unternehmen bietet IoT eine Chance, Informationen in Echtzeit zusammenzuführen, zu analysieren und dadurch Ressourcen besser zu managen, Abläufe zu optimieren, Kosten zu reduzieren und die Kundenbeziehung zu stärken.

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