Seit 1947 beliefert Dental Bauer Zahnärzte und Zahntechniker mit Verbrauchsmaterialien, Praxiseinrichtungen und technischem Service aus einer Hand und hat sich dabei von einem regionalen Familienunternehmen zu einem der führenden Dental-Fachgroßhändler im deutschsprachigen Raum entwickelt. Möglich wurde diese Entwicklung durch mehrere strategische Übernahmen. Heute gehört das Unternehmen zum Portfolio des Private-Equity-Unternehmens Aurelius und beschäftigt über 650 Mitarbeitende an rund 40 Standorten in Deutschland sowie in Österreich, der Schweiz und den Niederlanden.
Das Geschäftsmodell von Dental Bauer gründet auf drei Säulen, die sich gegenseitig ergänzen. Im Kern steht der Verkauf von Materialien und Kleingeräten als Vollsortimenter mit über 100.000 Artikeln, bestellbar über einen Webshop oder per Telefon. Die zweite Säule bildet der Bereich Einrichtung, in dem Dental Bauer Zahnarztstühle, Röntgengeräte und Praxismöbel liefert, montiert und langfristig wartet. Die dritte Säule ist der technische Außendienst mit rund 200 Technikern, die Geräte direkt in den Praxen reparieren und in standhalten.
Dental Bauer ist dezentral aufgestellt: Viele Standorte sind klein und oft nur mit einer Handvoll Mitarbeitender besetzt. Server und zentrale Systeme wie das SAP-System und die Telefonanlage werden von einem externen Dienstleister als Managed Service betrieben. Die Vernetzung der Standorte lief lange Zeit über ein MPLS-Netz von Vodafone.
Als Mario Spänhoff, Team-Lead IT-Infrastruktur bei Dental Bauer, Mitte 2022 die Verantwortung für die IT-Infrastruktur übernahm, traf er auf eine Situation, die er von früheren Arbeitgebern kannte. Der Service MPLS-Netz war chronisch unzuverlässig: Der Betreiber setzte Subunternehmer ohne ausreichende Qualitätskontrolle ein, Störungen ließen sich kaum lokalisieren, und selbst einfache Konfigurationsänderungen erforderten aufwendige Abstimmungen, ohne dass am Ende sichergestellt war, dass sie korrekt ausgeführt wurden. Die Kosten hingegen waren hoch und die Bandbreiten gering, besonders an den Auslandsstandorten.
Hinter diesen Problemen steckte mehr als nur ein schlecht performender Anbieter. MPLS als Technologie bringt strukturelle Schwächen mit sich: Der Kunde ist vollständig an seinen Anbieter gebunden, hat kaum Transparenz über Traffic und Priorisierungen und kann Leitungen weder flexibel wechseln noch ergänzen. Für ein Unternehmen, dessen Standorte täglich auf stabile Verbindungen zu den zentralen Systemen angewiesen sind, war das keine tragbare Grundlage.
Für Spänhoff war das Ziel klar: mehr Sichtbarkeit ins Netz, besserer Service, höhere Bandbreiten und Unabhängigkeit vom Leitungsanbieter. Darüber hinaus wollte er das Netz als Managed Service beziehen, weil Dental Bauer weder die personellen Ressourcen noch die technischen Kapazitäten hat, ein so umfangreiches verteiltes Netzwerk vollständig in Eigenregie zu betreiben. Aus seiner Zeit beim vorherigen Arbeitgeber kannte Spänhoff das Konzept von Software-Defined Wide Area Networking, kurz SD-WAN, das die Netzwerksteuerung von der physischen Leitung entkoppelt und dem Kunden erlaubt, beliebige Internetanschlüsse als Unterbau zu nutzen. Dental Bauer holte Angebote von mehreren Anbietern ein und prüfte die Optionen anhand eines strukturierten Kriterienkatalogs.
Im Verlauf der Gespräche setzte sich A1 Digital durch. Die auf Arista Velocloud basierende Lösung war technisch überzeugender, der Berater auf A1-Seite kompetenter und das Vertriebsteam lieferte verlässlich und vollständig, was es versprochen hatte. Hinzu kam ein wirtschaftlicher Vorteil und ein Aspekt, der sich erst im Laufe der Gespräche als ebenso gewichtiger Entscheidungsfaktor herausstellte: A1 Digital war als einziger der geprüften Anbieter in der Lage, auch eine moderne VPN-Lösung mit genau den gewünschten Eigenschaften als Teil des Gesamtpakets anzubieten und damit das bestehende, nicht mehr zeitgemäße System vollständig abzulösen. Nach einem erfolgreichen Proof of Concept mit fünf Standorten entschied sich Dental Bauer für den vollständigen Rollout.
Der Rollout-Plan orientierte sich an den laufenden Vodafone-Verträgen, die je nach Standort unterschiedliche Laufzeiten hatten. Heute sind über 30 Standorte umgestellt. Die größte Herausforderung war nicht die Technologie, sondern die Beschaffung geeigneter Internetleitungen. Deutschland ist in der Breitbandversorgung ungleichmäßig aufgestellt, und da Dental Bauer an den meisten Standorten Mieter ist, kamen Vermieter, Elektriker und bauliche Hürden als zusätzliche Erschwernis hinzu.
Auch hier spielt SD-WAN seine Stärken aus: Die Lösung ist nicht an einen bestimmten Leitungsanbieter gebunden. Wenn die großen Anbieter nicht zu wirtschaftlichen Konditionen liefern können, weicht Dental Bauer auf lokale Alternativen aus. Stadtwerke bieten in vielen Städten Glasfaseranschlüsse zu einem Bruchteil der bisherigen MPLS-Kosten an, mit Bandbreiten, von denen man wenige Jahre zuvor noch nicht zu träumen wagte. An Standorten ohne ausreichende Festnetzanbindung dient LTE/5G als primäres oder ergänzendes Underlay.
Den laufenden Betrieb und den Support übernimmt A1 Digital gemeinsam mit seinem Subunternehmer TechBull. Was Spänhoff dabei besonders schätzt: Er hat keine simplifizierte Kundenansicht auf die Netzwerkparameter, sondern dieselbe Schnittstelle, die auch TechBull und A1 Digital selbst nutzen, verbunden mit monatlichen Service-Meetings für den direkten Austausch.
Neben dem SD-WAN rollte Dental Bauer mit A1 Digital eine zweite Lösung aus: Smart VPN, eine auf Microsoft Always-On-VPN basierende Lösung, deren Server in der Exoscale-Cloud betrieben werden. Mitarbeitende wählten sich früher nur dann ins Firmennetz ein, wenn sie aktiv darauf zugreifen wollten, was dazu führte, dass Rechner keine Updates erhielten und nicht inventarisiert werden konnten. Smart VPN stellt die Verbindung automatisch her, sobald ein Firmengerät mit dem Internet verbunden ist, noch bevor sich der Benutzer anmeldet. Die zertifikatsbasierte Authentifizierung stellt sicher, dass ausschließlich Firmengeräte Zugang erhalten, was die IT-Verwaltung vereinfacht, die Inventarisierung lückenlos macht und einen handfesten Sicherheitsgewinn bringt.
Die Ergebnisse des Umstiegs auf SD-Wan von A1 Digital sind eindeutig. Die Bandbreiten sind an allen Standorten gestiegen, die Netzwerkstabilität hat sich verbessert und das IT-Team hat erstmals volle Transparenz darüber, was im Netz passiert. Was früher ein aufwendiges Koordinationsmanöver durch mehrere Subunternehmerebenen erforderte, lässt sich heute über die gemeinsame Plattform oder ein kurzes Service-Meeting klären.
Bei den Kosten zeigt sich ein ebenso klares Bild. Die endgültige Bilanz lässt sich erst nach Abschluss des Rollouts 2028 ziehen, da der letzte Standort aufgrund laufender Vodafone-Verträge bis dahin noch via MPLS angebunden sein wird. Was Spänhoff heute bereits sagen kann: Eine Einsparung von mindestens 30 Prozent ist gesichert, und das begleitet von einer messbaren Qualitätssteigerung. Im günstigsten Fall liegt die letztendliche Einsparung bei bis zu 50 Prozent. Mario Spänhoff fasst das Ergebnis der vergangenen zwei Jahre in einem Satz zusammen: „Der Wechsel zu SD-WAN von A1 Digital gehört zu den besten Entscheidungen, die Dental Bauer auf technischem Gebiet in den vergangenen Jahren getroffen hat.“
Mit der Beendigung des Rollouts 2028 wird Dental Bauer sein gesamtes Standortnetz vollständig auf SD-WAN umgestellt haben. Mittelfristig evaluiert das Unternehmen, ob Zero-Trust-Architekturen einen Teil der heutigen Vernetzung ergänzen können, sobald alle relevanten Anwendungen ausschließlich in der Cloud betrieben werden. Bis dahin arbeiten Dental Bauer und A1 Digital kontinuierlich daran, auch an den verbleibenden Standorten die bestmögliche Leitungsqualität zum wirtschaftlich attraktivsten Preis zu sichern.