Digitale Souveränität für das öffentliche Gesundheitswesen

Die Erfolgsgeschichte des Gesundheitsamts Frankfurt am Main mit Exoscale

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Hintergrund und Projektbeteiligte 

Das Gesundheitsamt Frankfurt am Main ist eins der größten kommunalen Gesundheitsämter Deutschlands. Es ist verantwortlich für den Schutz und die Förderung der Gesundheit die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und spielt zudem eine wichtige Rolle vielen Gesundheitsinitiativen. Bereits im Jahr 2016 begann das Gesundheitsamt mit der Digitalisierung seiner Verwaltungs- und Fachprozesse. Die Corona-Pandemie markierte 2020 einen Wendepunkt: Sie legte die Schwächen in der digitalen Infrastruktur des öffentlichen Gesundheitsdienstes offen, insbesondere bei der effizienten Datenerhebung, -bearbeitung und -übertragung. 

Um diese Defizite zu beheben, stellte die Europäische Union im Rahmen von NextGenerationEU dem Bundesministerium für Gesundheit Fördermittel für den sogenannten „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ bereit. Mit diesen Fördermitteln entstand in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege und dem Gesundheitsamt Frankfurt am Main das Projekt „GA-Lotse”, eine Open-Source-Plattform, um alle Kernarbeitsprozesse in einem Gesundheitsamt digital zu bearbeiten die allen Gesundheitsämtern kostenfrei zur Verfügung steht. Maßgebliche Partner  waren die cronn GmbH für die Softwareentwicklung, VSHN für Plattform-Engineering und DevOps sowie Exoscale als souveräner europäischer Cloud-Provider für den sicheren Betrieb. 

 

Die Herausforderung 

Das Projekt stand unter komplexen Rahmenbedingungen. Da jedes der 24 Gesundheitsämter in Hessen mit eigenen Prozessen und IT-Systemen arbeitet, war ein föderierter, dezentraler Ansatz erforderlich. Hinzu kam eine große Bandbreite an IT-Kompetenzen bei den Beteiligten vor Ort, weshalb eine einfach zu betreibende Lösung notwendig war. 

Die Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit waren maximal: DSGVO-Konformität, Privacy by Design, ein Zero-Trust-Sicherheitsmodell sowie Zertifizierungen wie ISO 27001, BSI C5 und HDS für den Gesundheitsbereich mussten erfüllt werden. Gleichzeitig war der Zeitplan mit weniger als zwölf Monaten vom Projektstart bis zum Go-Live sehr ambitioniert – ein Ziel, das nur mit hochgradig automatisierten Cloud-Deployments erreichbar war. 

 

Der Auswahlprozess 

VSHN und Exoscale überzeugten durch die ausschließliche Datenhaltung in europäischen Rechenzentren, die Einhaltung strenger Datenschutzrichtlinien sowie durch Zertifizierungen, die speziell auf den Einsatz im öffentlichen Sektor und im Gesundheitswesen zugeschnitten sind. Zudem bot Exoscale eine dedizierte Cloud-Umgebung, die dennoch elastisch skalierbar ist – eine entscheidende Voraussetzung, um unterschiedliche Gesundheitsamtsinstanzen sicher und effizient zu betreiben. 

 

Die Lösung: Exoscale als souveräne Cloud-Plattform 

GA- Lotse wurde als vollständig cloudnative Lösung realisiert. Basis ist die Red Hat OpenShift Container Platform, die als Managed Service von VSHN betrieben wird, während Exoscale die zugrunde liegende Infrastruktur bereitstellt. Mit Datenverarbeitung ausschließlich innerhalb Europas und hohen Sicherheitsstandards erfüllt die Plattform sämtliche regulatorischen und technischen Anforderungen. 

Die Architektur nutzt ein Service Mesh mit zentralen Diensten für bis zu 21 Module pro Gesundheitsamt, getrennte PostgreSQL-Datenbanken, Caching über Redis und Sicherheitsmechanismen wie Reverse Proxies. Durch konsequente Automatisierung ließen sich zusätzliche Instanzen für weitere Bundesländer innerhalb kürzester Zeit ausrollen. 

Für Exoscale war dieses Projekt ein Schlüsselmoment, der gezeigt hat, wie Open Source, Compliance und digitale Souveränität im öffentlichen Sektor zusammenwirken können, ohne Kompromisse bei Leistung oder Sicherheit einzugehen. 

 

Business-Value und Nutzen für das Gesundheitsamt 

Die Umsetzung bietet für Frankfurt und den gesamten öffentliche Gesundheitsdienst einen deutlichen Mehrwert. GA- Lotse standardisiert Verwaltungsprozesse, erlaubt aber individuelle Anpassungen je Behörde. Durch die Anonymisierung sensibler Daten vor dem Austausch mit Landesbehörden wird die Privatsphäre geschützt und es werden strengste Datenschutzauflagen erfüllt. 

Die cloudnative Architektur ist skalierbar, nachhaltig und kann an neue Anforderungen angepasst werden. Als Software-as-a-Service-Modell (SaaS) entlastet es die lokale IT erheblich, sodass sich die Mitarbeitenden stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können. Und aufgrund der Open-Source-Strategie vermeidet sie Herstellerabhängigkeiten, senkt die langfristigen Kosten und fördert die Kooperation zwischen Ämtern über Landesgrenzen hinweg. 

Zudem stärkt Exoscale als europäischer Anbieter das Vertrauen in den Betrieb, da alle rechtlichen Rahmenbedingungen im europäischen Kontext erfüllt sind – ein wichtiger Faktor für öffentliche Organisationen mit strengen Compliance-Vorgaben. 

 

Fazit 

GA-Lotse zeigt in der Praxis ganz klar, dass digitale Souveränität und Innovation im Gesundheitswesen vereinbar sind. Entscheidend ist, die Plattformarchitektur und Softwareentwicklung frühzeitig eng zu verzahnen, damit die Lösung optimal auf spezifische Anforderungen abgestimmt ist. Der Erfolg in Hessen dient als Orientierung für anderen Einrichtungen, insbesondere in der öffentlichen Verwaltung. Mit offenen Technologien, konsequenter Compliance und verlässlichen Partnern lässt sich auch unter Zeitdruck eine zukunftsfähige Infrastruktur schaffen. 

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