Zuletzt geändert: 10.09.2026
Millionen vernetzter Geräte in europäischen Unternehmen laufen noch über 2G, obwohl viele Länder die 2G-Netz-Abschaltung planen oder bereits ausgestiegen sind. Betroffen sind weit mehr als alte Mobiltelefone. In vielen Unternehmen hängen zentrale Prozesse und Sicherheitsfunktionen noch an 2G-basierten Verbindungen. Dazu gehören Alarmanlagen, Zähler, Flottentracker, IoT-Geräte, Aufzüge und Zahlungsterminals. Wer nicht rechtzeitig migriert, läuft Gefahr, dass sicherheitskritische Systeme ausfallen oder nur eingeschränkt funktionieren.
2G ist die zweite Generation des Mobilfunks und auch als GSM (Global System for Mobile Communications) bekannt. Der Standard umfasst neben Telefonie und SMS auch EDGE als Datenmodus, der Übertragungsraten von bis zu 236 kbit/s ermöglicht.
Über 30 Jahre lang war der Mobilfunkstandard die Basis für mobile Kommunikation und für vernetzte Systeme in Unternehmen. Doch inzwischen ist 2G veraltet. Um Frequenzen für leistungsfähigere Mobilfunknetze freizumachen, planen Mobilfunknetzbetreiber weltweit den schrittweisen Rückbau der 2G-Technologie. Sie machen damit Kapazitäten für effizientere und zukunftsfähige Konnektivitätslösungen frei.
Weitere Informationen zum Auslaufen der Regelung finden Sie bei GSMA.
Nach der 3G-Abschaltung ist 2G das nächste Netz, das in vielen europäischen Ländern schrittweise wegfällt. In Deutschland erwartet zum Beispiel die Bundesnetzagentur von den Netzbetreibern, freiwerdende Frequenzbereiche für modernere Technologien zu nutzen.
Als Anbieter von IoT-Konnektivitätslösungen möchten wir unsere Kunden darauf hinweisen, dass diese Änderung Auswirkungen auf Geräte und Implementierungen haben kann, die ausschließlich auf 2G-Konnektivität angewiesen sind.
Viele Unternehmen nutzen Geräte und Systeme, die auf GSM-2G-Verbindungen basieren. Ohne 2G-Netz verlieren diese Infrastrukturen schrittweise ihre Konnektivität. Je mehr vernetzte Systeme ein Unternehmen betreibt, desto größer ist der Handlungsbedarf durch die 2G-Abschaltung.
Das Ende von 2G wird kommen, doch einen einheitlichen Stichtag für die 2G-Netz-Abschaltung in Europa gibt es nicht. Je nach Vorgaben nationaler Regulierungsbehörden, Netzinfrastrukturen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entscheiden Mobilfunknetzbetreiber in jedem Land eigenständig, wann sie ihre GSM-Netze abschalten.
Unternehmen mit internationalen Standorten und vernetzten Systemen in mehreren europäischen Ländern müssen unterschiedliche Abschalttermine für verschiedene Länder im Blick behalten.
Die folgende Übersicht zeigt den Stand geplanter und bereits durchgeführter 2G-Abschaltungen in verschiedenen Ländern Europas und bei unterschiedlichen Netzbetreibern (Stand: Juli 2026).
Anbieter legen einen Termin für die Abschaltung fest oder planen die schrittweise Abschaltung. A1 in Österreich hat die 2G-Abschaltung zum 31. Mai 2028 offiziell angekündigt. Als Anbieter von IoT-Konnektivität informiert A1 Digital betroffene Kunden schrittweise in mehreren Phasen und begleitet sie individuell durch die Umstellung.
Fest steht, dass ältere Mobiltelefone mit ausschließlich GSM/2G- oder 2G/3G-Unterstützung ihre Netzverbindung im Zuge der Abschaltung verlieren werden. Weniger offensichtlich sind die Auswirkungen auf neuere 4G- und 5G-Endgeräte, die kein VoLTE (Voice over LTE) unterstützen: Bei Sprachtelefonaten erfolgt bei diesen Endgeräten automatisch ein Fallback auf 2G. Fehlt dieses Netz, sind klassische Anrufe nicht mehr möglich.
Wichtig zu wissen: Ein 4G-fähiges Gerät unterstützt VoLTE nicht automatisch. Wer Sprachdienste nach der Netzumstellung weiter nutzen will, braucht Geräte, die sowohl 4G als auch VoLTE beherrschen.
Im Unternehmensumfeld ist der Kreis der Betroffenen durch die 2G-Abschaltung deutlich größer. Aufgrund seines geringen Energiebedarfs, seiner niedrigen Betriebskosten, seiner flächendeckenden Verfügbarkeit und seiner ausreichenden Übertragungskapazität für kleine Datenmengen war GSM jahrzehntelang die bevorzugte Technologie für zahlreiche IoT- und M2M-Anwendungen.
Von der 2G-Abschaltung sind deshalb unter anderem folgende Geräte betroffen:
Wenn Systeme keine Daten mehr senden können, entstehen beispielsweise Datenlücken im Monitoring. Dabei kann es schnell passieren, dass Anomalien unentdeckt bleiben.
Bei vollständigen Verbindungsausfällen reichen die Folgen von Vertragsverletzungen gegenüber Kunden bis zum Stillstand betriebskritischer Prozesse. Da auch Aufzugnotrufsysteme, Alarmanlagen und medizinische Hausnotrufsysteme von der 2G-Abschaltung betroffen sind, kann ein Verbindungsausfall sogar ein Sicherheitsrisiko für Menschen darstellen.
Der zentrale Nachfolger für die meisten Anwendungen ist 4G/LTE. Die Mobilfunktechnologie bietet deutlich höhere Datenraten und bessere Sprachqualität als GSM, unterstützt VoLTE für Sprachtelefonie und hat eine flächendeckende Netzabdeckung in Europa. Für datenintensive und latenzempfindliche Anwendungen ist 5G die zukunftssicherste Option.
Regionen, die bisher ausschließlich über 2G versorgt wurden, sollen deshalb von den Mobilfunknetzbetreibern vor der Abschaltung mit 4G oder 5G erschlossen werden. Die freigewordenen GSM-Frequenzbereiche dienen anschließend für den weiteren Ausbau modernerer Netze.
Für die Mehrheit der bisherigen 2G-IoT-Anwendungen sind zwei spezialisierte Mobilfunktechnologien relevant: NB-IoT (Narrowband-IoT) und LTE-M (LTE for Machines). Beide sind auf geringe Datenmengen und niedrigen Energiebedarf ausgelegt und eignen sich besonders für Geräte an abgelegenen Standorten mit schwachem Signal wie Keller und Tunnel. Sie sind für typische 2G-IoT-Szenarien wie die Übermittlung von Zählerständen oder die Alarmübertragung geeignete Nachfolgetechnologien.
Die Migration von 2G auf moderne Netztechnologien gelingt am besten mit einem klaren Plan. Die folgenden fünf Schritte führen Unternehmen strukturiert durch den Migrationsprozess.
Eine Inventarliste aller Geräte und Systeme, die aktuell über 2G kommunizieren, ergänzt um Standort, Netztechnologie, SIM-Typ und Dringlichkeit, verschafft eine klare Übersicht. Hat ein Hersteller die genutzte Netztechnologie nicht transparent dokumentiert, kann der direkte Kontakt Klarheit bringen.
Sobald klar ist, welche Systeme betroffen sind, sollten Unternehmen die richtige Migrationsreihenfolge festlegen. Wie stark ein System von der Abschaltung betroffen ist, hängt von mehreren Faktoren ab: vom Gerätetyp, den Hardware-Fähigkeiten, dem SIM-Typ und dem Einsatzort. Ein 2G-Tracker in einem Land mit Abschaltung 2026 ist dringlicher als dasselbe Gerät in einem Land mit Termin 2030. Sicherheitskritische Systeme wie Notruftechnik haben Vorrang, danach folgen betriebskritische IoT-Anwendungen.
Für jedes betroffene Gerät stellt sich die Frage, ob ein Firmware- oder Modul-Upgrade auf 4G möglich ist. Für IoT-Anwendungen mit geringen Datenmengen sind NB-IoT oder LTE-M oft die wirtschaftlichere Wahl. Ist kein Upgrade möglich, hilft oft nur ein vollständiger Gerätetausch.
Da viele industrielle Geräte und Anlagen zehn bis 15 Jahre im Einsatz sind, ist bei der Beschaffung neuer Systeme darauf zu achten, dass sie 4G, NB-IoT oder LTE-M unterstützen. Für Geräte, die bereits im Einsatz sind, gilt: Je früher die Migration geplant wird, desto mehr Zeit bleibt für Zertifizierung, Lieferung und Tests.
Unternehmen sollten prüfen, ob bestehende SIM-Karten und Mobilfunktarife die Nutzung moderner Netztechnologien wie 4G, NB-IoT oder LTE-M vollständig unterstützen. Ältere Verträge können Einschränkungen bei Bandbreiten, Technologien oder Roaming enthalten.
Ein genauer Blick in die Vertragsbedingungen sowie die Abstimmung mit dem Mobilfunkanbieter helfen, potenzielle Engpässe frühzeitig zu identifizieren und unnötige Mehrkosten oder Funktionsausfälle zu vermeiden.
Nach der Umstellung müssen neue Systeme auf ihre Netzverbindung, Datenübertragung und VoLTE getestet werden. Bei kritischen Systemen empfiehlt sich ein Parallelbetrieb während der Migration, um Ausfälle zu vermeiden.
Unternehmen müssen diesen Weg nicht allein gehen. Das A1 Digital Team unterstützt bei der Identifikation betroffener Geräte und SIM-Karten, bei der Bewertung geeigneter Ersatztechnologien, bei Konnektivitätstests und bei der Auswahl passender Geräte und Module.
Wer im Zuge der 2G-Migration Hardware austauscht, sollte die Sicherheitsarchitektur der Nachfolgesysteme prüfen. 4G- und 5G-Geräte bringen oft zusätzliche Protokolle, Schnittstellen und Remote-Management-Funktionen mit und damit eine potenziell größere Angriffsfläche für Cyberkriminelle.
Unternehmen in regulierten Sektoren müssen darüber hinaus die Anforderungen der NIS2-Richtlinie an Risikomanagement, Dokumentation und technische sowie organisatorische Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigen. Netzumstellungen wie die 2G-Migration sollten in dieses Risikomanagement integriert und entsprechend dokumentiert werden.
Tipp: Der Wechsel der Netzgeneration ist ein sinnvoller Zeitpunkt, die gesamte vernetzte Gerätelandschaft strukturiert auf Sicherheitslücken und Fehlkonfigurationen zu überprüfen.
Die 2G-Netz-Abschaltung betrifft mehr Geräte und Systeme als viele Unternehmen vermuten. Gleichzeitig eröffnet sie eine konkrete Chance: Wer jetzt migriert, modernisiert seine vernetzte Infrastruktur und macht sie widerstandsfähiger. Neue Technologien wie 4G, NB-IoT und LTE-M bieten mehr Leistung, bessere Sicherheit und sind in der Regel zukunftsfähiger als GSM.
Die 2G-Abschaltung ist ein guter Anlass, die eigene Infrastruktur gezielt weiterzuentwickeln. A1 Digital begleitet Unternehmen dabei mit Expertise in IoT, Netzwerken und Security.
Die Abschalttermine variieren je nach Land und Mobilfunknetzbetreiber. In Deutschland planen die großen Netzbetreiber die 2G-Netz-Abschaltung ab 2028, in Österreich beginnt A1 Telekom Austria im Mai 2028. In einigen Ländern steht das 2G-Netz für kritische IoT-Anwendungen von Unternehmen länger zur Verfügung als für Privatkunden.
Von der 2G-Abschaltung betroffen sind unter anderem IoT- und M2M-Geräte, die noch GSM-basierte Verbindungen nutzen. Auch sicherheitskritische Systeme wie Aufzugnotrufsysteme, Alarmanlagen und in Flottenfahrzeugen verbaute Telematik-Module sind häufig auf das 2G-Netz angewiesen. Unternehmen sollten zusätzlich prüfen, ob ältere Diensthandys und GSM-Mobiltelefone in kritischen Bereichen noch vom 2G-Netz abhängen und im Zuge der Migration ersetzt werden müssen
4G/LTE gilt laut Netzbetreibern noch viele Jahre als stabile Basis für industrielle Anwendungen und bleibt langfristig verfügbar. Für IoT-Anwendungen mit geringen Datenmengen bieten NB-IoT und LTE-M eine speziell entwickelte, energieeffiziente Alternative mit langer Perspektive.
Ein Blick in die technische Dokumentation von Geräten und Systemen zeigt, welche Mobilfunkstandards unterstützt werden. Bei Unklarheiten ist der direkte Kontakt zum Hersteller oder Mobilfunknetzbetreiber der schnellste Weg, um festzustellen, ob eine 2G- oder 2G/3G-Abhängigkeit besteht. Unternehmen sollten insbesondere IoT-, M2M- und sicherheitskritische Systeme wie Aufzugnotrufsysteme, Alarmanlagen und Hausnotrufsysteme systematisch prüfen.
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